Was ist eine Small Cap?
Definition
Die Marktkapitalisierung ist der Börsenwert eines Unternehmens: Aktienkurs multipliziert mit der Zahl der ausgegebenen Aktien. Small Caps — im deutschen Sprachraum auch Nebenwerte genannt — stehen zwischen den mittelgroßen Mid Caps und den sehr kleinen Micro Caps. Feste Grenzen gibt es nicht; Indexanbieter und Banken verwenden unterschiedliche Schwellen.
Warum die Größe den Charakter der Aktie verändert
Je kleiner ein Unternehmen, desto stärker wirkt ein einzelnes Ereignis auf den Kurs. Bei einem Konzern mit 50 Milliarden Euro Börsenwert ist ein Auftrag über 10 Millionen eine Randnotiz; bei einem Unternehmen mit 200 Millionen Börsenwert kann derselbe Auftrag den Kurs deutlich bewegen. Diese Hebelwirkung erklärt sowohl die Chancen als auch die Ausschläge nach unten.
Liquidität: der unterschätzte Faktor
Nebenwerte werden oft in geringem Umfang gehandelt. Das führt zu breiten Geld-Brief-Spannen (der Differenz zwischen Kauf- und Verkaufskurs) und dazu, dass größere Orders den Kurs selbst bewegen. In turbulenten Phasen kann es schwierig werden, eine Position überhaupt zu verkaufen — ein Risiko, das in ruhigen Zeiten unsichtbar bleibt.
Weniger Analysten, weniger Aufmerksamkeit
Große Werte werden von Dutzenden Analysten begleitet, viele Nebenwerte von keinem einzigen. Das schafft theoretisch Informationsvorteile für aufmerksame Anleger — bedeutet aber auch, dass Fehleinschätzungen länger unkorrigiert bleiben und die Informationslage dünner ist.
Häufige Fehler
- Marktkapitalisierung mit Unternehmenswert verwechseln — letzterer berücksichtigt zusätzlich Schulden und Kassenbestand.
- Einen niedrigen Aktienkurs für 'billig' halten. Der Kurs allein sagt nichts; entscheidend ist der Börsenwert im Verhältnis zum Geschäft.
- Die Liquidität ignorieren, bis man verkaufen möchte.
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Nur Bildung, keine Anlageberatung. Investitionen in Small und Micro Caps sind hochspekulativ und können zum Totalverlust führen. Alle Angaben ohne Gewähr.