Kapitalerhöhung und Verwässerung
Definition
Unternehmen ohne ausreichenden operativen Cashflow — bei Nebenwerten die Regel, nicht die Ausnahme — finanzieren sich über den Kapitalmarkt. Die Ausgabe neuer Aktien bringt frisches Geld, verteilt den Unternehmenswert aber auf mehr Anteile.
Ein Rechenbeispiel
Ein Unternehmen hat 10 Millionen Aktien; Ihnen gehören 100.000 davon, also ein Prozent. Werden 5 Millionen neue Aktien ausgegeben, existieren danach 15 Millionen — Ihre 100.000 Aktien entsprechen nur noch rund 0,67 Prozent. Ihr Anteil ist um ein Drittel geschrumpft, ohne dass Sie etwas verkauft hätten.
Nicht jede Verwässerung ist schlecht
Entscheidend ist, was mit dem Geld geschieht. Finanziert es eine Studie, die den Unternehmenswert deutlich steigern kann, kann der kleinere Anteil an einem größeren Kuchen mehr wert sein. Dient es nur dazu, den laufenden Betrieb weitere Monate zu decken, verschiebt es lediglich das Problem.
Warrants und Optionen — die versteckte Verwässerung
Neben den umlaufenden Aktien gibt es oft Optionen und Bezugsrechte, die später in Aktien umgewandelt werden können. Sie tauchen in der einfachen Aktienzahl nicht auf, erhöhen die künftige Verwässerung aber erheblich. Ein Blick auf die vollständig verwässerte Aktienzahl lohnt sich immer.
Häufige Fehler
- Nur auf die aktuell ausstehenden Aktien schauen und Optionen sowie Warrants übersehen.
- Eine Kapitalerhöhung mit deutlichem Abschlag zum Börsenkurs als neutral bewerten — der Abschlag ist ein Signal über die Nachfrage.
- Verwässerung mit Kursverlust gleichsetzen: Beides hängt zusammen, ist aber nicht dasselbe.
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Nur Bildung, keine Anlageberatung. Investitionen in Small und Micro Caps sind hochspekulativ und können zum Totalverlust führen. Alle Angaben ohne Gewähr.