ARR und wiederkehrende Umsätze
Definition
Softwareunternehmen verkaufen zunehmend Abonnements statt Lizenzen. Der daraus resultierende wiederkehrende Umsatz ist deutlich verlässlicher als Einmalgeschäfte — weshalb der Kapitalmarkt ihn höher bewertet.
Warum ARR und Umsatz auseinanderfallen
Der ausgewiesene Umsatz enthält oft Einmalerlöse aus Einrichtung, Beratung oder Schulung. ARR bildet nur den wiederkehrenden Teil ab. Ein Unternehmen mit hohem Umsatz, aber niedrigem ARR-Anteil ist eher ein Dienstleister als ein Softwareanbieter — mit entsprechend niedrigeren Margen.
Netto-Umsatzbindung
Diese Kennzahl misst, wie viel Umsatz die Bestandskunden des Vorjahres im Folgejahr erzeugen — inklusive Erweiterungen und Kündigungen. Liegt sie über 100 Prozent, wächst das Unternehmen allein durch bestehende Kunden. Werte deutlich darunter deuten auf ein Abwanderungsproblem hin.
Vorsicht bei Definitionen
ARR ist keine testierte Bilanzkennzahl, sondern eine vom Unternehmen selbst definierte Größe. Manche rechnen Verträge hinein, die noch nicht begonnen haben, oder Pilotprojekte ohne Verlängerungsabsicht. Ein Blick in die Fußnoten lohnt sich.
Häufige Fehler
- ARR mit Gewinn verwechseln — ein hoher ARR kann mit hohen Verlusten einhergehen.
- ARR-Wachstum bewerten, ohne die Kosten der Neukundengewinnung zu betrachten.
- Unterschiedlich definierte ARR-Zahlen verschiedener Unternehmen direkt vergleichen.
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Nur Bildung, keine Anlageberatung. Investitionen in Small und Micro Caps sind hochspekulativ und können zum Totalverlust führen. Alle Angaben ohne Gewähr.